Ein Jahr, was blieb – eine Bilanz

Persönliches

Ein Jahr, was blieb – eine Bilanz

Weihnachten und der Jahreswechsel stehen vor der Tür und die ruhigeren Momente führen fast zwangsläufig dazu, daß man sich noch einmal intensiver mit dem scheidenden Jahr auseinandersetzt…

Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres

Es war ein spannendes Jahr, keine Frage.
Das waren die Jahre davor ebenso, aber anders. Dieses Jahr war in vielen Dingen ein sehr persönliches Jahr und manches davon hat in einem Blogpost nichts verloren.
Wir haben wieder sehr viele unterschiedliche Menschen kennengelernt und fotografiert und dabei auch wieder viel über das Leben gelernt. In fotografischer Hinsicht waren viele spannende und sehr unterschiedliche Aufträge dabei, die uns oft noch über einen langen Zeitraum hinweg beschäftigt haben. Der Auftrag, der mich mit Sicherheit am meisten beschäftigt hat, war der Anruf einer Frau, deren Neugeborener mit der Entwicklungsstörung Trisomie 18 geboren werden sollte und die gerne Fotos von ihrem Kind wollte. Man stellt dann plötzlich fest, daß man total aufgeregt ist, weil man gewohntes Terrain verlässt und nicht weiß, was einen erwartet.
Es hat sich auch wieder in diesem Jahr gezeigt, daß die Arbeit mit Menschen eine sehr große Bereicherung darstellen kann, aber auch viel Raum für Enttäuschungen bietet. Es zeigt sich dabei oft, daß sich Erwartungen völlig anders entwickeln und eingefahrene Verhaltensmuster einfach keinen Sinn machen.

Ein spannendes Jahr führt natürlich auch dazu, daß man manchmal etwas Abstand benötigt. Abstand von dem, was einen täglich beschäftgt und Durchbrechen von täglichen Abläufen. Dies haben wir unter Anderem mit Auszeiten, die unterschiedlicher nicht sein können, versucht und sind dazu in den Großstadtdschungel von New York eingetaucht oder in fast menschenleeren Gebieten Südtirols gewandert. New York ist und bleibt ein Magnet für Fotografen und ist ein echter “Overkill” für die Sinne (im positive Sinne). Der einwöchige Kurztrip war erwartungsgemäß viel zu kurz und verlangt nach einer Wiederholung.

Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres

Was mich an New York beeindruckt hat,
war die Gelassenheit und Toleranz seiner Bewohner. Wir waren fast immer weite Strecken zu Fuß unterwegs und haben uns dabei immer sicher gefühlt. New York und seine “wilde Seite” scheinen sich stark zu verändern und ehemalige Künstlerviertel entwickeln sich zu hippen (und teuren) Wohngebieten – ein Trend, der leider scheinbar nicht mehr aufzuhalten ist.

Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres

Da man von der Veröffentlichung von New York Fotos nicht leben kann
(zumindest nicht ich) haben wir uns mehr mit der Fotografie von Menschen beschäftigt. Wir haben Alte und Junge, welche die gerade erst geboren und welche die kurz danach gestorben sind fotografiert und dabei ein klein wenig über die “Verantwortung in der Fotografie” gelernt. Fotografie kann völlig inhaltslos sein oder für einige Menschen plötzlich eine große Bedeutung haben – alles ist drin und dadurch bleibt es interessant. Wenn dann unter vielen Fotos genau das auftaucht, in dem die Gefühle eines Moments festgehalten wurden, bin ich für einen Moment wirklich glücklich.

Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres

Was wir so Alles gemacht haben…
Wir haben glückliche Menschen bei Hochzeiten begleitet und dabei Freundschaften vertieft oder neue geschlossen. Wir haben viele neue und interessante Menschen aller Altersgruppen kennengelernt und portraitiert und wir haben mit tollen Unternehmen zusammengearbeitet. Unternehmen, denen ihre Mitarbeiter wichtig sind und die sich auch im Umgang mit Anderen fair und kooperativ verhalten. Wir haben unsere Arbeit und Begebenheiten hinterfragt und dabei versucht, mehr über Menschen und ihre Verhaltensweisen zu lernen. Das hat uns dabei geholfen, herauszufinden wer wir sind, was wir wollen und was nicht.

Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres

Auszeit…
Nach unendlich vielen Stunden vor dem Computer war es einfach an der Zeit, eine Auszeit zu nehmen um sich selbst wieder zu spüren und den Bezug zur Natur wiederzugewinnen. Wandern ist hier für mich das Zauberwort, welches mich schnell den Alltag und eingefahrene Abläufe vergessen lässt. Es hilft mir, mich wieder zu “erden” und meinen “inneren Frieden” wiederzufinden. Wir haben in den letzten Jahren Südtirol lieben gelernt, vielleicht weil es so dort in der Nebensaison so unaufgeregt und wenig “fancy” zugeht. Man findet großartige Wanderwege, auf denen kaum Menschen unterwegs sind und auf denen man Google Rankings, Facebook Likes und alles, was unser modernes Leben ausmacht, schnell vergessen kann. Wir waren in diesem Jahr im Pustertal unterwegs (und im Blog dazu einige Fotos veröffentlicht) und haben hier die nötige Ruhe und Abstand gefunden. Darüber hinaus haben wir tolle neue Menschen kennengelernt, mit diesen lange und intensive Gespräche geführt und dabei neue Freundschaften geschlossen.

Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres
Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres

Fazit…
Es war ein spannendes, aber gutes Jahr. Wir hatten einige Aufträge und Begegnungen, die uns tief berührt haben und bei denen wir viele neue Erfahrungen sammeln durften. Natürlich waren im Laufe des Jahres auch Erfahrungen dabei, auf die wir gerne verzichtet hätten, aber diese haben uns dabei geholfen, konsequenter den eigenen Weg zu definieren und zu beschreiten. Das ist mit Sicherheit nicht immer einfach, aber langfristig sicherlich der bessere Weg. Die vieldiskutierte “Demokratisierung der Fotografie” und die damit verbundenen Veränderungen führen dazu, sich im Umgang mit Kunden und der eigenen Entwicklung klarer zu definieren und Kunden zu finden, die diese Klarheit schätzen. Wir haben wirklich großartige Menschen kennengelernt und tolles Feedback zu unserer Arbeit erhalten. Einige Erfahrungen haben dazu geführt, daß wir die Weichen neu gestellt und einige Dinge neu ausgerichtet haben. Damit dürfte auch das nächste Jahr wieder ein spannendes Jahr werden, was im Grunde genommen nicht die schlechteste Bilanz sein dürfte…

Fotograf Fürth, die Bilanz eines Jahres

5 thoughts on “Ein Jahr, was blieb – eine Bilanz

  1. Hallo,

    ich habe eure Seite zufällig gefunden und bin beeindruckt vom ehrlichen Jahresrückblick. Das macht euch und eure Arbeit sehr sympathisch!

    Beste Grüße,
    Karl

      • Sehr gerne. Ich kenne das Metier aus eigener Erfahrung und freue mich immer, wenn ich ehrliche und authentische Artikel von Kollegen lese, anstatt das übliche Posaunen von “we are the greatest”… 🙂

        Drücke Daumen für ein erfolgreiches Jahr uns freue mich, in Kontakt zu bleiben.

        • Die “we are the greatest” Nummer kenne ich selbst zu Genüge. Viele denken scheinbar, daß dies von ihnen so erwartet wird und fangen an sich selbst zu belügen. Das nutzt weder dem Fotografen, noch dem Kunden.
          Ich wünsche Dir ebenfalls viel Erfolg im neuen Jahr und würde mich über weiteren Erfahrungsaustausch freuen…

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