Fuji X-T1, sie ist da!

Fuji X-T1

Ich bin jetzt ein stolzer Besitzer dieser schwarzen Schönheit

Ich bin es leid, ständig Testberichte und Reviews zu lesen, die einem dann letztendlich bei der Entscheidung doch nicht weiter helfen. Ich habe es riskiert und die Fuji X-T1 geordert – und jetzt ist sie da. Im folgenden Artikel gibt es noch einige Anmerkungen zu Dingen, die mir bisher aufgefallen sind…

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Der erste Eindruck ist hervorragend, die Kamera ist wunderbar verarbeitet und liegt sehr gut in der Hand. Die mitbestellten Objektive FUJINON XF 18mm F2 R und FUJINON XF 35mm F1.4 R erinnern mich mit ihrem klassischen Blendenring in wunderbarer Weise an analoge Zeiten. Was ebenfalls positiv auffällt ist, daß den Objektiven standardmäßig passende Gegenlichtblenden beiliegen, welche bei Olympus leider nur gegen (hohen) Aufpreis dazugekauft werden müssen. Erste Tests zeigen, daß die Objektive im Alltagseinsatz problemlos mit offener Blende genutzt werden können, was beim 35mm immerhin eine nutzbare Blendenöffnung von F1.4 bedeutet.
Als die Fuji X-T1 am 28. Januar offiziell präsentiert wurde, schlug vermutlich das Herz viele Fotografen höher, was letztendlich auch die vielen Vorbestellungen belegen. Die Meßlatte lag Aufgrund der vorangekündigten Daten bereits relativ hoch, von denen hier nur einige aufgezählt werden.

  • – verbesserter und größerer elektronischer Sucher
  • – APS-C X-Trans II Bildsensor mit 16MP
  • – ein SD-Karten-Slot mit Unterstützung der neuen UHS-II SD-Karten
  • – 8 fps mit kontinuierlichem Autofokus
  • – wetterfestes Gehäuse
  • – besserer Autofokus als die X-E2



Die Autofokusgeschwindigkeit liegt bei 0,08 Sekunden, womit die X-T1 Marktführer sein soll. Dieser Meßwert lässt sich schwer vergleichen, aber die “gefühlte” Autofokusgeschwindigkeit ist für mich völlig ausreichend. Viel spannender wird es, wenn die Fuji X-T1 zum ersten mal bei einer Hochzeitsreportage zum Einsatz kommt und ihre Tauglichkeit bei schlechten Lichtverhältnissen unter Beweis stellen muß.
Der ISO-Bereich reicht bis ISO 51.200, wobei das nur mögliche Werte sind, die in der praktischen Nutzung kaum Anwendung finden werden. Nachdem ich vom sehr guten Rauschverhalten des APS-C X-Trans-Sensors überzeugt werden konnte, kann ich mir gut vorstellen, daß die Kamera professionellen Ansprüchen in der Reportagefotografie gerecht wird.
Was ich sehr schade finde ist, daß das RAW-Format nur bis ISO 6400 nutzbar ist, bei höheren ISO-Zahlen wird automatisch auf JPG umgestellt. Leider können die RAW-Dateien derzeit noch nicht in Lightroom oder Photoshop, sondern nur im mitgelieferten RAW-Konverter SILKYPIX bearbeitet werden. Hier bleibt es also spannend, wie gut die RAW’s später in Lightroom umgesetzt werden. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die “vermatschten” High ISO-Bilder, die ich bisher bei DPREVIEW gesehen habe, wenig mit dem zu tun haben, was wirklich an Potential in der Kamera steckt. Meine ersten Tests mit ISO 6400 und 12800 lassen hoffen, daß genügend Reserven bestehen, um die Kamera auch unter erschwerten Bedingungen nutzbar ist .Das gleiche galt auch schon für die OM-D E-M5, die bei “richtiger” Bearbeitung großartige Ergebnisse lieferte.
Laut FujiRumors sollen die Fuji eigenen Simulationen berühmter und beliebter Analogfilme eine Unterstützung in einer der nächsten Lightroom-Versionen finden.
Spezielle Finessen, welche die Kamerahersteller in RAW-Dateien speichern, sind meist in Lightroom nicht verfügbar. Bei den X-Modellen von Fuji ist das besonders bedauerlich, weil hier auch bekannte Analogfilme simuliert werden können, dieser Look in RAW-Dateien von Lightroom jedoch ignoriert wird. Das soll sich nun wohl ändern. Die Fuji-Modelle sollen innerhalb von Lightroom 5 eigene Profile erhalten, die dann die Fuji X-Trans Looks (Provia – Velvia – Astia – ProNeg Hi – ProNeg. Std – B&W Monochrom +Ye+R+G) in den RAF-Files auch innerhalb von Lightroom zur Verfügung stellen. Wann man damit rechnen darf ist aber leider noch nicht bekannt. Es wäre aber wohl die erste Implementierung einer herstellerspezifischen Kamerafunktion in Lightroom.

Über den Sucher wurde ja bereits viel Lobendes geschrieben und dem kann ich mich nur anschließen, denn etwas Besseres wird man lange suchen müssen.

Der bisher einzig größere Kritikpunkt sind für mich momentan nur die schwer ertastbaren und schwergängigen Auswahl-/Funktionstasten, die eine schnelle Auswahl des Autofokusfeldes zum Geduldsspiel machen. Ich bin mir momentan noch nicht im Klaren darüber, ob sich dies negativ auswirken wird, oder ob es durch eine andere “Arbeitsweise” kompensiert werden kann, aber es ist und bleibt ein Kritikpunkt. Für mich ist es einfach nicht nachvollziehbar, warum Kamerahersteller solche Dinge nach jahrelanger Praxis noch immer nicht in den Griff bekommen und hier benutzerfreundliche Lösungen finden. Miniaturisierung ist gut, aber nicht immer zu Lasten der Bedienbarkeit, denn schließlich will die Kamera auch professionellen Ansprüchen gerecht werden.

Ich bin sehr gespannt, ob wir die Kamera über kurz oder lang öfter bei unseren Hochzeitsreportagen einsetzen werden und damit die Spiegelreflexkamera ersetzen können. Es bleibt jedenfalls sehr interessant – Testfotos werden demnächst hier im Blog zu sehen sein…


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